"Wir sind Nachfahren von Angsthasen..." Tristan Horx - Zukunfts-, Trend - und Generationenforscher

Shownotes

Gesendet bei Antenne Thüringen Tristan Horx, www.tristan-horx.com / Foto: Klaus Vyhnalek, www.vyhnalek.com

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00:00:00: Es ist leider so, dass wir die Nachfahren von Angsthasen sind.

00:00:05: Derjenige der sich vermehrt hat war nicht der, der sich heldenhaft in den Weg des Mammuts gestellt hat oder den Säbelzantiger beglebt

00:00:13: hat, sondern

00:00:14: der er weggelaufen

00:00:15: ist.

00:00:17: Wir sind total dahin selektiert, wir sind Beutewesen oder Beutekreaturen.

00:00:28: Und schon wieder eine neue Podcast-Folge.

00:00:30: Herzlich willkommen, ihr hört hier die schönsten Interviews aus meiner neuen Sendung bei Antenne Thüringen.

00:00:36: Läuft übrigens immer Freitags zwischen vierzehn unter achtzehn Uhr und am Sonntag noch mal ab neun.

00:00:42: So und ich bin extra nach Wien gefahren um ihn zu treffen weil er nämlich so gescheit ist wie man in Österreich gerne sagt.

00:00:49: Tristan Hawks ist der Sohn von Matthias Hawks der Zukunftsforscher und Tristan führt das Zukunftsinstitut jetzt weiter.

00:01:03: Und er kann einem so richtig gut den Spiegel vorhalten!

00:01:07: Die Frage, die ja gerade über allem steht ist warum wird gerade so viel gemäckert?

00:01:14: Warum haben wir gerade kollektiv einfach mal schlechte Laune und ziehen uns gegenseitig damit sehr

00:01:21: runter?!

00:01:22: Ist das wirklich nötig?

00:01:23: Und die Frage ist, werden wir jemals wieder die Kurve kriegen.

00:01:28: Die Antworten gibt's jetzt von Tristan Hawks persönlich!

00:01:51: Eigentlich sehr gut, die Zukunft ist sehr gefragt.

00:01:54: Sie sind unglaublich anstrengend weil man gegen unglaubliche Pismismus gerade ankämpft vor allem in der Dachregion.

00:02:01: In der DACH-Region?

00:02:02: Ja, Deutschland und Österreich.

00:02:03: Gut in der Schweiz vielleicht nicht so sehr aber hier haben wir auch gerade ihr komischen Referendums und so und machen auch ein bisschen auf Populismus.

00:02:11: Aber das was in Österreich passiert ist einfach meistens Deutschland nur vier Jahre voraus.

00:02:18: Also die FPÖ hat hier Umfragewerte von vierzig Prozent.

00:02:22: In Deutschland ist die AfD wo, achtundzwanzig Prozent?

00:02:24: Geht schon noch!

00:02:25: Im Osten ein bisschen mehr... Aber wir werden dann nochmal ins Detail kommen.

00:02:29: aber hast du den Eindruck dass in Österreich genauso viel gemäckert wird wie in Deutschland?

00:02:33: Mehr würde ich sagen.

00:02:34: Noch

00:02:34: mehr?!

00:02:34: Ja ja, die Österreicher haben auch einen gewissen Grad eine Weisheit dadurch entwickelt weil sie Hier setzt lang so eine Frustration ein, dass dieser gottverdammte Weltuntergang den sie da und her beschweren nie eintritt.

00:02:47: Und das ist aber sehr weise.

00:02:49: Die aus einer gewissen Art und Weise haben Sie aus Versehen das zyklische Modell von Zukunft verstanden.

00:02:54: Aber die Österreicher würden es auch von sich sagen.

00:02:57: Das darf ich behaupten!

00:02:58: Also was?

00:02:59: Ich habe einmal den Eindruck wenn ich in Österreich bin, dass die Österreichern ihre Politiker nicht ganz so ernst nehmen wie die Deutschen ihre eigene Politiker.

00:03:08: Ja, das stimmt ganz sicher.

00:03:11: in Österreich weiß man auch nie genau wann gewählt wird.

00:03:14: Und das macht das Ganze, ich sag's mal vorsichtig!

00:03:21: Die müssen sie nicht so ernst nehmen weil die Nasen sehr oft wechseln.

00:03:27: können wir Deutschen, obwohl wir das ungern machen.

00:03:30: Aber in dieser Hinsicht könnten wir uns doch eigentlich von den Österreichern was abgucken oder?

00:03:34: Ja die österreicher lassen sich halt immer sehr oft von den jungen hübschen sogenannten Wunderwutzis immer so ein bisschen blenden.

00:03:41: Es ist ja immer mal wieder passiert hier dass so einen Jüngeren Österreich würde man sagen Fescher Kerl kurz Krasse und so eine liestige Endlos zurück

00:03:49: Der Grasse der ist mit der Fußfassel gerade unter

00:03:50: mir gesehen.

00:03:51: Genau und davor haben wir den Heider gehabt.

00:03:53: also Das ist so ein Österreichisches Phänomen.

00:03:58: Ich glaube, die genießen auch den Aufbau dieser Person dann in dramatischem Fall.

00:04:01: Das gehört noch dazu.

00:04:03: Ist also eine gute Unterhaltung auch?

00:04:05: Ja!

00:04:06: Es ist entertaining.

00:04:06: Wird hier eher wie Reality TV konsumiert.

00:04:09: Weil hier ist die Überzeugung wirklich so dass sie sowieso nichts verändern können.

00:04:11: Gut.

00:04:12: Und es hängt auch muss man ehrlicherweise sagen mit der großen ökonomischen wirtschaftlichen und kulturellen Abhängigkeit von Deutschland zusammen.

00:04:17: So viel kann man hier nicht verändern.

00:04:18: im Ende wenn die deutsche Autoindustrie abschmiert, dann schmiedt hier die Wirtschaft ab.

00:04:22: So funktioniert die Welt hier.

00:04:23: Und trotzdem mögt ihr uns nicht so richtig

00:04:26: Hier, ich bin in Hamburg geboren.

00:04:28: Moin moin!

00:04:30: Nee und dann hab' ich mir eigentlich also um das jetzt mal die Einführung auf den Punkt zu bringen... Ich habe gedacht wenn ich schon einmal in Wien bin komme ich mal bei Tristan Hawkes vorbei.

00:04:39: aber ich hab' in den letzten Jahren viel von dir gehört.

00:04:41: wir haben uns ja kennengelernt in der Pandemie da war ein persönliches Kennenlernen nicht möglich.

00:04:46: deswegen war es nur über Computer.

00:04:47: und jetzt hab', ich gedacht willst immer an die Augen schauen so Jetzt lass uns nicht nur in die Augen schauen, sondern auch vor allem in die Zukunft.

00:04:54: Das kannst du noch viel besser.

00:04:56: Keiner kann es so gut wie Du würdest.

00:04:58: Ich fasse behaupten, denn Du hast es von deinem Vater gelernt!

00:05:02: Weil Hawks steht für Trendforschung und Zukunftsforschungen.

00:05:05: Matthias Hawks hat das wohl.

00:05:07: als ich angefangen habe, Radio zu machen ist immer der Hawks.

00:05:09: Frag mal den Hawks!

00:05:11: Ist das immer noch so?

00:05:12: Ich würde's mir wünschen also... Ich glaube der Markt des Zukunfts-Forscher ist ein bisschen größer geworden weil mein Vater den Beruf ja auch wirklich im deutschsprachigen Raum auch größer ist, glaube ich geprägt und eingeführt hat.

00:05:25: Aber gleichzeitig ist komischerweise der Markt der Zukunftsforschau wieder zusammengeschrumpft weil was meistens passiert ist dass sich immer sind immer meistens junge Typen die sich auf eine Technologie setzen und sagen das ist es!

00:05:35: Das ist die Zukunft Und wenn die Technologien verschwindet dann tun sie's auch.

00:05:40: also von den NFT Blockchain Jungs höre ich nicht mehr so viel.

00:05:43: Die Metaverse Jungs sind da auch verschwunden.

00:05:46: Also so nimmt dieser diese komische Nische Wandelt sich auch durchgehen für das Jahr.

00:05:52: Und wer heute zum allerersten Mal was von Zukunftsforschung oder Trendforschungen hört, der fragt sich natürlich wie macht er denn das?

00:05:59: Wie kann man dann in die Zukunft schauen?

00:06:01: Glaskugel haben wir nicht?

00:06:03: Das ist glaube ich umso wichtiger dass man betont, dass es Trend und Zukunfts-Forschung sind.

00:06:07: Trendforschung ist de facto Gegenwartsanalyse.

00:06:09: Das ist dem Journalismus nicht unähnlich.

00:06:11: nur, dass wir halt eher Zahlen basiert und vielleicht nicht immer so oft auch Momentum oder Emotionen oder Zeitgeist basiert.

00:06:18: arbeiten Das ist achtzig Prozent meiner Aufgabe.

00:06:22: Es ist gegenwärtig zu schauen, wie entwickeln sich gewisse Trends?

00:06:25: Und Trends ist ein riesiger Begriff gibt es ganz viele verschiedene Kategorien.

00:06:28: erspare ich uns jetzt?

00:06:30: und dann der prognostische Teil also wo wir voraussagen wie wird sich weiterentwickeln?

00:06:34: das ist gar nicht so viel dieser Tätigkeit.

00:06:37: man darf noch nicht vergessen Zukunftspforschung klingt geiler muss man einfach sagen

00:06:41: du hast dich jetzt dabei auch noch spezialisiert.

00:06:44: Also wenn ich das richtig verstanden habe, du bist so der Generationenforscher weil Du hast Soziologie studiert

00:06:50: Kultur und Sozialantropologie.

00:06:52: also es ist nochmal Soziologien.

00:06:54: noch kleiner muss

00:06:55: sich wahrscheinlich deine Eltern damals gemacht haben.

00:06:59: Das ist

00:07:00: de facto das Stammesforschung raus ganz kleine soziale Gruppen eigentlich untersuchen.

00:07:04: dazu gehört aber auch ganz viel Soziologe hier mich auf ein paar Themen wirklich spezializiert Aber immer durch Prisma der Generation.

00:07:14: Weil das ist die eine Sache, die ich wirklich emisch also von innen nachvollziehen kann.

00:07:20: und gleichzeitig bewegt sich der Generationenkonflikte über viele der großen Themenfelder unserer Zeit.

00:07:26: Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Wohlstandwirtschaft sind alles Themen, die man durch verschiedene Generationsbrillen ziemlich anders beleuchten kann.

00:07:32: heutzutage.

00:07:34: Und mir ist auch aufgefallen dass es relativ wenig junge Generationsforscher gab Das nimmt jetzt ein bisschen zu, aber meistens waren das in meiner Erfahrung so sechzigjährige die dann irgendwie sagen ja in diesen Analysen sehen wir dass die Jugend zwei Prozent mehr Geld für Zahnbürsten ausgibt.

00:07:49: Daraus können sie dies und jenes ableiten.

00:07:54: Das sind also die Konflikte, die auch zwischen uns beiden jetzt rein theoretisch stattfinden könnten.

00:07:59: Ich könnte jetzt mal deine Mutter sein du bist schon im Alter wo du nicht älter gemacht werden willst.

00:08:07: ja nein

00:08:09: ich laufe wie ein Spießer die ganze Zeit im Anzug und steckt hoch rum.

00:08:12: also ich bin wer gerne als junger wahrgenommen was ich eigentlich bin.

00:08:16: okay so geht also schon los.

00:08:17: du bist generation y ich bin Generation X?

00:08:23: Wahrscheinlich.

00:08:25: Was sind so typische ... Ich würde das gerne bestätigen wollen, weil ich weiß am Ende sogar ob du recht hast oder nicht.

00:08:33: Ausnahmbestätigung

00:08:34: aber auch nicht.

00:08:36: Weil ich zwei von der Sorte zu Hause habe.

00:08:39: Also was sind denn jetzt so ... Du musst noch mal festzumachen.

00:08:42: Typische Konflikte zwischen Generationen.

00:08:47: Also Boomer und den Kindern.

00:08:48: Die Hauptgenerationskonflikte werden natürlich immer in den Boomern abgearbeitet, oder sie sind eine Generation älter als du.

00:08:54: Es ist jetzt so das lange Weiz der Generationskonfigur sehr stark beim Thema Klima bei Fridays for Future da hat man ja gesagt ihr ältere Generation habt die Welt, die Zukunft ruiniert.

00:09:02: Da sieht man auch wie das Thema Zukunft immer bei dem Thema Generationen drin hängt.

00:09:06: Das sollte man vielleicht auch noch kurz erwähnen ohne nächste Generation keine Zukunft.

00:09:11: Also unsere Aufgabe als Homosapiener spät ist es ja, Nachfolgen zu erzeugen und hoffentlich die eine bessere Zukunft zu lassen.

00:09:17: Also haben wir sie eigentlich erfüllt?

00:09:19: Zumindest zur Hälfte!

00:09:20: Wir haben sie erst mal gemacht, die Kinder.

00:09:22: Sie wurden gemacht,

00:09:22: nur ob sie in eine besserte Zukunft reinkommen... Ja

00:09:25: aber jetzt gibt's doch nicht mehr Kinder, weißt

00:09:27: du?

00:09:27: Das ist ne Sache mit dem ich gerade sehr viel beschäftige.

00:09:29: Aber zurück zum Generationskonflikt weil das hängt auch damit zusammen hat sich jetzt stark vom Thema Klima verschoben zum Thema Arbeit Wohlstand Karriere Also diese Klischees, die es ganz ergibt.

00:09:41: Man hört das ja auch immer aus der deutschen Politik.

00:09:43: Die Jungen sind eigentlich alle faul und wollen nicht arbeiten.

00:09:46: Und wenn man ein paar mehr Stunden aus uns rauswirkt arbeitsmäßig, dann wird's endlich wieder laufen mit der deutschen Wirtschaft.

00:09:51: Das ist leider alles ziemlicher Blödsinn.

00:09:54: Aber die Klischee sich jetzt viel um die Ohren geschmissen werden, sind einerseits die Jungs in Faul, achten noch ihre Mental Health

00:09:59: usw.,

00:09:59: kann man ja alles ... Auf der anderen Seite ist es, dass die alten Generationen in Frank von Innovation und Digitalisierung nicht mehr zu gebrauchen sind.

00:10:07: Also bleibt eigentlich nur so ein ziemlich kleiner Block in der Mitte, der irgendwie arbeitsfähig sein sollte.

00:10:11: Sagt du

00:10:12: das bitte noch mal?

00:10:16: Die älteren Generationen, wo fängst du da an, sind nicht mehr zu gebrauchen?

00:10:19: Digital!

00:10:22: Mein großes Anliegen ist es ja dass wir es wieder schaffen als Wirtschaft und als Gesellschaft Weisheit und Rebellion zu kombinieren.

00:10:29: Das haben wir total verlernt.

00:10:30: Das wird in zwei Lagern verhandelt momentan.

00:10:32: Weiszeit Erfahrung aber dann nicht.

00:10:35: digital ist irgendwie nichts dafür wert in der Arbeitswelt, gerade weil alle von KI reden und das alles lösen.

00:10:40: Und Rebellion des Hinterfragendes wird irgendwie als ein Mangel an Wertschätzung an dem was man bekommen hat.

00:10:46: Wobei es ja eigentlich immer so war?

00:10:48: Das ist ein Muster dass sich bis in die Antike verfolgen lässt.

00:10:50: deswegen is im Ende auch ein Scheinkonflikt.

00:10:53: nur momentan ist aufgrund du hattest es auch schon gesagt der demografischen Realität nämlich dass wir einfach zu wenig junge Leute haben.

00:11:01: bisschen ernster Weil wenn du eine richtig schöne Bevölkerungspyramide hast, wo du richtig viele junge Leute in den Arbeitsmarkt drängen und wenig Alte die mit Renten und Pension Geld rausnehmen.

00:11:10: Und in Anfangszeichen nicht produktiv sind dann kannst es dir leisten die Jungen zu beleidigen.

00:11:15: aber wenn du zu wenige von ihnen hast ja das haben wir gerade Dann wird es irgendwann knapp.

00:11:21: Also wir

00:11:21: sollten uns quasi zurückhalten, die Jungen zu beleidigen?

00:11:24: Absolut!

00:11:25: Wir sind jetzt momentan an dem Punkt wo wenn das einfach so weiterläuft keine Korrektur eingelegt wird.

00:11:29: gehen irgendwann für alle zwei Leute die den Arbeitsmarkt verlassen nur eine Person nachgerutscht.

00:11:34: Da muss man kein Mathematiker sein und zu wissen ist das irgendwann schwer wird.

00:11:38: ja also auch im Kontext der großen Sorge dass die Roboter kommen und alle Jobs wegnehmen muss man sagen man müsste sich wünschen Außer wir schrauben jetzt die Geburtenquote maßgeblich hoch, wird sich das kann ich ganz sicher prognostizieren dieser Generationenkonflikt noch mal brutalstens zuspitzen wenn diese demografische Überhang so hart wird.

00:11:57: Weil Wirtschaften wie wir die Welt noch verstehen, sehr industriell gedacht du hast eine junge Phase da bildest du dich aus dann hast du zu arbeiten und dann hast Du deine Rente.

00:12:06: Wenn du jetzt viel mehr Rentner als arbeitsfähige Leute hast in Relation Dann wird es irgendwann knapp Und das würde glaube ich der nächste große Knackpunkt sein bei uns.

00:12:14: Und wenn die Alten jetzt aber sagen, ich habe jahrelang eingezahlt... Absolut.

00:12:20: ...dann ist das auf der einen Seite ja auch zu verstehen?

00:12:23: Sie

00:12:23: haben ja recht damit!

00:12:24: Ja klar!

00:12:24: Das war der Deal, der ihm versprochen wurde.

00:12:26: Der hat auch eingehalten zu werden.

00:12:29: nur wenn man das System kollabieren lässt dadurch dann geht's am Ende für niemand mehr irgendetwas.

00:12:34: Da gibt es gar keine Gewinner weder die alten noch die jungen.

00:12:37: Also

00:12:37: müssen jetzt beide Kompromisse machen.

00:12:39: Man muss sich so ehrlich machen einfach.

00:12:42: Wir leiden auch gerade ein bisschen unter unserem eigenen Erfolg.

00:12:45: Wir haben jetzt innerhalb von hundertfünfzig Jahren in Deutschland die Lebenserwartung mehr als verdoppelt, dass wir verbringen auch als Generation viel, viel mehr Zeit zusammen.

00:12:53: Das heißt, wir haben auch viel mehr zeit uns zu streiten.

00:12:57: Sehr interessant!

00:12:57: Ja

00:12:57: ja das merkt man ja auch gerade.

00:12:59: aber es führt natürlich auch dazu, dass immer mehr Vermögen und Kapital natürlich in den älteren Generationen sitzt.

00:13:05: Klar, man hat sein Leben dann gearbeitet, geschuftet, angespart investiert und das führt jetzt aber dazu im europäischen Schnitt zum Beispiel meine Generation Und die danach, weil dann knapp zwanzig Prozent des Vermögens rankommen.

00:13:19: Das ist aber genau die Phase wo sie...

00:13:20: Weil wir so alt werden oder was?

00:13:21: Genau!

00:13:22: Weil das Kapital natürlich wie der Aktienmarkt und Investitionen funktionieren sich sehr schön stark nach oben bindet.

00:13:28: Und das ist glaube ich der wahre Grund für den Generationkonflikt ist.

00:13:32: Wir werden da gerade Opfer unseres eigenen Erfolges.

00:13:34: Die Mobilien in der Wohlstandsitzgroße heißt bei den älteren Generationen, weil sie auch zu Recht verdient haben und früh investiert haben

00:13:41: Und weil sie so alt werden, ich muss immer mal reingehen, damit ich dich auch verstehe.

00:13:44: Und weil Sie aber so alt wären, behalten Sie das Vermögen viel zu lange... Vererben

00:13:48: ist viel später.

00:13:49: ...viel später und die anderen sind... Die Jüngeren sind damit nicht so handlungsfähig wie früher?

00:13:54: Ist es richtig?

00:13:54: Ja also man könnte's auch so ausdrücken.

00:13:56: Das klingt jetzt sehr verkopft.

00:13:57: durchwärts erklären.

00:13:59: Die Leistbarkeit der Bedürfnispyramide hat sich umgedreht.

00:14:02: Bedürfspyramiden kennt jeder.

00:14:04: Und die Sachen, die unten liegen, ist ein Haus Physiologische Sicherheit, wenn sich das Hausbauer-Familiengründung sicher hat.

00:14:10: Die sind ökonomisch relativ schwer zu erreichen geworden für die jungen Generationen und das ist alles die Voraussetzung für die Gründung einer Familie.

00:14:19: Wenn die Sachen an der Spitze Individualisierung und Konsum und so sehr leicht verfügbar sind ich mache es mal fest früher hatte jeder eine Wohnung aber der Status Symbol das war die Stereo Anlage oder der Farbfernseher.

00:14:30: jetzt kann sich keine junge Person mehr ein Haus oder eine Wohnung leisten aber ich kann mir mit meinem Monatsgehalt Und das führt eine ganz komische Konsumspirale wohl.

00:14:39: Wenn man das Geld später erbt, wo man oder die Wohnung oder das Haus, da wo man die Familie gründen will, dann ist man im Schnitt zwischen vierzig und fünfzig.

00:14:47: Das ist für die meisten Leute zu spät.

00:14:49: Ja,

00:14:49: verstehe.

00:14:50: Und das ist glaube ich einer der großen demografischen Schwierigkeiten, die wir gerade haben.

00:14:54: Es gibt eine Menge Leute, die sagen es hängt mit der Einführung des Smartphones zusammen, dass man keine Kinder mehr hat?

00:14:59: Das hat ja auch eine Menge Zusammenhänge mit.

00:15:00: Wie stellt man sich ein gutes Leben vor?

00:15:03: Unbeschwert und so, ich glaube ... Ich

00:15:04: hab ja ein bisschen flacher gedacht als ich den Zusammenhang gehört habe zwischen weniger Kinder und viel Smartphone-Nutzung, weil die nur vom Smartphone hängen.

00:15:14: Da

00:15:14: hat man keine Zeit zum Zeugen!

00:15:17: Ich weiß es nicht.

00:15:18: Na

00:15:18: ja, aber das ist auch wieder so

00:15:20: ne ... Naja... Ein bisschen was ist da dran?

00:15:22: Nein,

00:15:22: macht ja Sinn.

00:15:24: Aber Darin wird auch sehr schön die Paradoxie der Digitalisierung erkennbar.

00:15:29: Sie sind jetzt alle auf Dating-Plattformen und sie haben so wenig Sex wie noch nie.

00:15:33: Komisch!

00:15:34: Wir trinken auch kein Alkohol mehr, das hängt alles irgendwie zusammen.

00:15:39: Darüber müssen wir ja alles noch detailliert reden weil jeder braucht ja irgendwo einen Ventil und kein Sex, kein Alchohol, kein Leben würde ich ja fast behaupten

00:15:53: Das ist natürlich eine Kohorte.

00:15:54: Weil

00:15:55: auch Party, also so wie ich das verstanden habe in deinem Alter war das mein Leben damals?

00:16:01: Also es ist die Generation nach mir.

00:16:04: Die sehr bekannte Generation Z., viel von dem was man ihnen als hedonistische Tendenzen unterstellt hat einfach nicht verwirklichen.

00:16:14: Das muss man einfach sagen.

00:16:18: Die sind junge Erwachsene geworden in der Erzählung, dass jede Sekunde die Welt abfackelt.

00:16:24: Die Hälfte von denen hatten in der Kindheitssoziale Medien.

00:16:27: Sie kennen nur eine Welt, die ständig vor dem Weltsuntergang sitzt und da geht man natürlich dann auf Sicherheit.

00:16:32: Und vieles von dem was du gerade angesprochen hast, auch Alkohol ist ja auch eine Form des kontrollierten Kontrollverlusts.

00:16:39: das ist nur möglich wenn man das Gefühl hat die Welt ist einigermaßen in Ordnung.

00:16:43: Die haben ein unglaublich hohes Sicherheitsbedürfnis Feiern und untereinander sein.

00:16:50: Da ist Alkohol, ich bleibe immer beim Beispiel Alkohl weil das für meine Generation sehr prägend war.

00:16:56: Ist ja sozialer Schmierstoff.

00:16:57: Das brauchst du auf Instagram nicht und auf Tinder.

00:16:59: Dass es eher ein Nachteil wenn du einen sitzen hast.

00:17:04: Und so hat sich das gedreht.

00:17:05: Ich mach viel für die Alkuholbranche und die... Es

00:17:08: ist ein echtes Problem.

00:17:09: also wir lachen jetzt drüber.

00:17:11: Ich war noch nicht auf der Provein für den Vortrag.

00:17:15: Also es ist so die größte Wein- und Alkoholmesse in Deutschland.

00:17:19: Und da war ein Zerittel der Messefläche, war Null Komma Null.

00:17:23: Null Koma Null Wein, Null Kumma Null Gin, Nulle Kummal Null Jägermeister... Ist ja auch gut dass die hinterfragen warum wir uns die ganze Zeit zu viel Nervengift reinhauen.

00:17:31: aber es ist schon irgendwie bezeichnend das ist eine Generation jetzt die glaube ich Sicherheitsbedürfnis hat und natürlich auch weiß dass sie an jeder Sekunde die ganze zeit abgefilmt werden könnte.

00:17:42: Es gibt den weißen Sager Kameras kill the club.

00:17:47: Denkt mal an deine Jugend zurück, auch wenn ich meine zurückdenke... Wenn das alles durchgehend gefilmt worden wäre?

00:17:53: Nicht gut.

00:17:53: Säßen wir nicht hier wahrscheinlich.

00:17:55: Wahrscheinlich.

00:17:55: Ich glaube, meine Karriere wäre schwieriger auf jeden Fall.

00:18:04: Aber ich überlege gerade, wenn du sagst die Alten werden zu alt haben so viel Geld dass sich halt viel später an die Jungen weitergeben oder ja wo sie es eigentlich gar nicht mehr brauchen, sie brauchen's früher.

00:18:17: Was ist denn da sozusagen jetzt eine pragmatische Lösung?

00:18:20: Dass halt Eltern oder Boomer sich dem bewusst werden und nicht egoistisch das Geld für sich alles in Anspruch nehmen sondern mir davon früher abgeben...

00:18:31: Das ist unglaublich schwer in unserer Erzählung!

00:18:33: Unser kapitalistischer Erzählung ist sehr, sehr schwer.

00:18:36: also eine Überlegung die ich hatte Das klingt für den Staat sicherlich komisch, aber dass man eine Form des Incentives zur Frühvererbung macht.

00:18:47: Also ist man das steuerlich begünstigt, das wäre die eine Möglichkeit in Österreichs gibt es auch in Deutschland, aber in Österreich wird das noch stärker gelebt.

00:18:53: da gibt es das Konstrukt der Stiftungen.

00:18:56: also da wird das Geld früher für die rüber gestiftet, aber es wird nicht von denen verwaltet.

00:19:03: Das bedeutet, man hält es zu sagen an einer kurzen Leine und schaut das jetzt nicht.

00:19:07: Nicht durchdrehen?

00:19:08: Ja ja klar.

00:19:09: Sonst finde ich als auf einmal vererbt, du kaufst dir sofort den Ferrari jetzt mal so im Tischee

00:19:12: gesprungen

00:19:14: ganz genau.

00:19:15: Aber es gibt dafür eben Konstruktion.

00:19:16: eigentlich also immer müsste die... Ist ja auch nicht gut, wenn die achtzehnjährigen dann da rum sitzen.

00:19:21: Ich denke wann werde ich wie viel erben und wie kann ich das beschleunigen?

00:19:26: Und weil ich jetzt aus Thüringen komme und da die die Erbgeschichten ein bisschen kleiner sind ist es doch jetzt oder kommt so langsam eine Generation dran, die wirklich auch auch da was erben wird zur Auszeit.

00:19:42: Zum ersten Mal kommt da eine Generation, die etwas zu vererben hat.

00:19:46: Schönes Beispiel Zwei Studenten,

00:19:48: v.a.,

00:19:50: haben abends bei der Flasche Bier ausgerechnet wie viel sie verdienen müssten um sich in einem urbanisierten Gebiet eine Wohnung zu kaufen und haben festgestellt für sich in ihrem Leben werden Sie das so mit den Voraussetzungen, mit dem Background, den Sie gerade haben nicht schaffen.

00:20:07: Das haben die sich mit

00:20:11: dem Umkehr der Bedürfnispyramide.

00:20:13: Und den Jungen dauernd zu sagen, das liegt an eure Arbeitsmoral ... Wenn sich die ökonomischen Rahmenbedingungen so verändert haben dass der Prozentsatz von dem Einkommen einen Fixkosten zum Leben ausgeben muss einfach sehr hochgegangen ist Da finde ich kann man auch ein bisschen.

00:20:28: Ich bin jetzt noch nicht in dem Alter wo ich das wirklich sagen kann Aber Mitleid oder sowas.

00:20:33: mit denen haben Statt immer diese ewigen Moralunterstellungen, vor allem bei Arbeitsmoralen.

00:20:39: Wir haben halt nicht so viele Avocadotos gegessen und deswegen ging es bei uns.

00:20:42: Nein das waren andere Rahmenbedingungen.

00:20:44: wie gesagt dafür... Man

00:20:45: sollte spätestens dann damit aufhören wenn man für sich merkt ich kling jetzt wie meine eigenen Eltern oder?

00:20:51: Oder wenn man darauf kommt ich hätte gerne Enkelkinder.

00:20:54: Das ist ja eigentlich, man kann jetzt sagen Ja die Generation Z wird keine Kinder haben oder die Boomer und die Generation X werden keine Enkel haben.

00:21:02: Das betrifft ja alle.

00:21:03: also Ich finde Für mich sind ein bisschen länger als nur eine Generation.

00:21:11: Wir werden jetzt gerade ganz schön nachdenklich.

00:21:14: Dafür werde ich bezahlt.

00:21:15: Ja genau, haben die Lösungen noch nicht so parat?

00:21:18: Das ist auch nicht der Sinn der Sache... wir wollen ja eher die Probleme mal ein bisschen diskutieren.

00:21:21: Wenn ich nur ganz kurz zynisch sein kann in dem Kontext, das löst sich demografisch irgendwann von selbst.

00:21:27: Das ist schon so.

00:21:28: Nur dass dauert halt sehr lange und ich finde es auch tragisch weil jetzt ...das ist ja einmalig!

00:21:34: Weil sie heißen dann nicht umsonst Baby Boomer, das ist eine sehr große Kororte die jetzt zum ersten Mal sehr alt wird.

00:21:41: Das ist ein einmaliges Ding was jetzt passiert.

00:21:45: Die Altersblöcke drunter sehen wesentlich ähnlicher aus.

00:21:48: also dann wird sich das wieder entspitzen.

00:21:51: aber es wird in den nächsten zwanzig Jahren wo die Boomer ins Pflegealter kommen wird man sehen dass sich da einiges verändern muss.

00:21:59: ja also das nimmt auch schon so sein Lauf.

00:22:02: Aber wir müssen deine Lebenserwartung jetzt nach wie vor einigermaßen steigt oder höchstens nur abflacht, je nachdem wo man hinschaut werden wir das als Lösung für die Langzeit brauchen.

00:22:13: Nicht nur dieses einmalige demografische Ereignis dass wir jetzt haben.

00:22:17: ich glaube Wir Erwachsenen müssen noch ein bisschen erwachsener werden, indem wir uns eingestehen.

00:22:24: Das Verhalten dieses wo wir immer sagen die haben keine Arbeitsmorale was sie trinken kein Alkohol oder was auch immer und kochen nur gesund sind vorsichtig und wollen alles mit auf wollen immer auf Nummer sicher gehen dass das letztendlich eine ganz normale Form der Abgrenzung ist von der Lebenswelt der Eltern, weil sich jede Generation vor ihnen ja auch schon von dem Leben der Eltern abgrenzen wollte.

00:22:47: Anders!

00:22:49: Anders!

00:22:49: Aber egal wie... Das

00:22:50: muss man schon sagen das hat sich wirklich verändert.

00:22:52: also das Rebellieren gegen Eltern heutzutage ist auch sehr schwer geworden.

00:22:56: Also wenn wir jetzt zurück in die Boomer-Generation das waren ja die, die ihre Eltern fragen mussten was hast du gemacht in der Nazi Zeit?

00:23:03: Da war ordentlich was zu rebellieren.

00:23:04: Ich hab versucht gegen meinen Hippie-Vater hier zu rebelieren, das ging ganz schwer nur.

00:23:08: Der fand es alles cool.

00:23:11: Was du gemacht hast?

00:23:12: Heavy Metal Band gespielt, Lederjagd getragen und mich tätowiert und so.

00:23:15: Also cool!

00:23:16: Wenn die Eltern auch noch machen dann ist es ja peinlich.

00:23:19: Deswegen ermeint sie die einzige Art und Weise wie ich's wirklich hätte machen können, wenn ich jeden Abend zum Essstisch in einem Dreiteiler gekommen wäre mit dem Schlips... Dann

00:23:26: hättest Du eben auf die Palme geguckt.

00:23:27: Genau, dass wir eine spießige Revolution gewesen.

00:23:31: Jetzt ist es aber teilweise auch so, dass die zwanzig bis dreißigjährigen – ich finde manchmal sowas von spießig sind.

00:23:37: Also das in vielerlei Hinsicht, dass sich mir da auch meine Gedanken haben und Sorgen machen mitunter.

00:23:42: Weil ich denke durch die Spiesigkeit geht auch ein bisschen Lebenslust verloren.

00:23:48: Ja,

00:23:49: also das ist eine Generation, die in der Phase wo sie sozialisiert wurde für die älteren Generation eingesperrt war und das am längsten.

00:23:57: Es darf man nicht vergessen, wir kennen uns von Covid.

00:23:59: Wer hat am längsten untergelitten und in der Lebensphase am schwierigsten drunter gelitten?

00:24:03: Das ist genau die Kohorte über die wir uns jetzt lustig machen.

00:24:07: Klar...

00:24:08: Ich mach mich nicht lustig!

00:24:09: Wir als Gesellschaften sind wir.

00:24:11: Ich merke das auch bei meinen Studenten.

00:24:13: Die waren alle in dem Alter.

00:24:15: Und ich habe gemerkt wie die das zerlegt hat.

00:24:17: Das war diese Studienzeit wo man neue Freundeskreise erschließt und sich ausprobiert usw.

00:24:22: In dieser Zeit waren die alle eingesperrt.

00:24:25: Und das Argument damals war, um die Alten und Schwachen zu schützen.

00:24:29: Das war auch – man mag es nicht glauben – sehr erfolgreich!

00:24:33: Also wenn man sich das statistisch anschaut, war die ganze Geschichte eigentlich eine Erfolgs-Story.

00:24:38: Das haben wir nie geschafft.

00:24:39: so zur Verbuchung als Gesellschaft.

00:24:40: Und dass ist eine Tragödie.

00:24:42: Ich habe ja immer gehofft, dass sie danach, umso, dass Sie's krachen lassen danach?

00:24:48: Aber das ging auch nach hinten los.

00:24:50: Warum

00:24:50: eigentlich nicht?

00:24:50: Warum haben die es danach nicht krachen lassen?

00:24:52: Kannst du mir das erklären?

00:24:55: Man hat den Rebellionswillen bei denen auch ein bisschen gebrochen, weil man erinnert sich am Fridays for Future, die haben sich richtig bemüht und zwar auf die beste Art und Weise.

00:25:03: Es gab so gut wie keine Gewalt!

00:25:05: Das ging fürs Klima und die haben keine gottverdammten Autos angezündet, keine Verbrenner angezundet.

00:25:13: also was war eine Leistung eigentlich?

00:25:15: aber danach hatten sie das Gefühl, sie haben eigentlich nichts bewirkt.

00:25:18: Die wurden dann irgendwie alle als so woke Klimakleber abgestempelt und vilifiziert.

00:25:24: Du kriegst, wenn du um Kudam jemanden überfährst, kriegste soviel Monate im Knast wie jemand der sich auf die Straße geklebt hat.

00:25:29: Das ist schon erbärmlich!

00:25:30: Und nein ich glaube das war sogar für den netten Kudamm-Raser war es sogar unbedingthaft.

00:25:35: also wir nur sagen da haben sie gelernt... Es bringt nichts.

00:25:39: Das war eine Rebellion, das war der Versuch, innerhalb des Systemes zu verändern.

00:25:43: Man sollte auch nicht vergessen.

00:25:45: So richtige Revolution beginnen ja nur wenn die Umstände richtig, richtig schlimm sind.

00:25:49: Und ich meine es ist jetzt nicht so keiner von denen verhungert oder hat's wirklich dermaßen schlecht sondern die leben in einer ... werden erwachsen in einer sozialen Rezession In einer wirtschaftlichen Rezission.

00:26:01: aber die Grundbedürfnisse sind ja trotzdem gedeckt.

00:26:04: also es gibt keinen Grund die Welt abzufageln.

00:26:06: das war früher nochmal anders.

00:26:09: Zwei Dinge müssen wir jetzt unbedingt noch besprechen.

00:26:11: Also ich würde nochmal auf das Meckern eingehen wollen und auf die KI.

00:26:16: Also, Meckern.

00:26:17: Keiner meckert gerade so sehr ... So hab ich das jetzt empfunden wie die Deutschen.

00:26:23: aber du hast ja vorhin gesagt, die Österreicher lecken noch viel mehr!

00:26:28: Jetzt versuch ich mir auch meine Theorien dazu basteln und denke mir, dass was wir früher hatten also als ich Kind war da gab es den bedingungslosen Kollektivismus im Osten, in der DDR.

00:26:42: Im Sozialismus.

00:26:43: Nichts ging über dieses Kollektiv hinaus.

00:26:45: Also ... Wie wurde uns immer gesagt?

00:26:49: Das Kollektif ist so stark wie das schwächste Glied.

00:26:54: Heute haben wir den bedingungslosen Individualismus!

00:26:58: Ich, ich, ich.

00:26:59: Das steht mir zu, kriege ich das nicht, werde ich... ungemütlich und fange an zu meckern.

00:27:09: Und dieses meckeren stört mich persönlich sehr, weil ich mir denke eigentlich haben wir nicht viel zum Meckern und das einzige worauf man sich im Leben verlassen kann ist nun mal die Veränderung und ich glaube dass es eine Reaktion darauf

00:27:23: also vielleicht ein paar Gedanken dazu

00:27:26: der zwei jetzt ganz schön wird oder

00:27:27: nein nein bin auch ganz schön.

00:27:29: wir also Die Tendenz, dass der Individualismus immer weiter gestiegen ist, das ist ja so ein Mantra.

00:27:35: Das wir sehr ehemalige prägen... Aber wir wollten

00:27:38: das so!

00:27:38: Wir

00:27:38: wollten es!

00:27:38: Ist auch zu Recht.

00:27:39: also der absolute Kollektivismus hat seine Schattenseiten.

00:27:42: aber jetzt gerade leiden wir als Gesellschaft unter der Spitze des Individualismus.

00:27:47: Wer ist das wir?

00:27:48: Dass wir nicht mehr zu finden und dieses Bedürfnis wurde dann nicht wirklich aufgegriffen von Parteien Und deswegen kann man viel darüber urteilen dass die AfD in der FPÖ so stark wird, aber die haben das verstanden.

00:28:03: Die haben gesagt, sie ist ein Bedürfnis nach dem wir.

00:28:05: Wir beantworten es sehr einfach mit dem Nationalstaat oder zugespitzten mit der Ethnie, aber das Bedürfen wurde erkannt.

00:28:12: Das Pendel schlägt immer zwischen Kollektivismus und Individualismus hin und her in Gesellschaften.

00:28:17: In Deutschland halt desinkron durch die Trennung, aber mittlerweile hat sich das auch synchronisiert zu einem gewissen Kanzler.

00:28:23: Wir sind an der Spitze der Individualisierung angekommen, das Pendel kommt zurück, wir suchen gerade das wir Und gut beraten werden wir natürlich, das aufzufangen bevor es wieder ganz rüber schwappt zum völligen Kollektivismus.

00:28:36: Da haben wir deutsche Erfahrungen

00:28:37: mit gemacht.

00:28:38: Von einem Extrem ins andere.

00:28:39: Genau und das müssen wir jetzt irgendwie auch aufgefangen bekommen.

00:28:43: Das hängt natürlich auch stark mit der Fragmentierung im Netz zusammen.

00:28:48: also das Netz hat die Verbindungsfragen geklärt aber nicht die Beziehungsfragen.

00:28:53: Wir unterliegen...

00:28:54: Erkläre mir das noch mal.

00:28:55: Das war mir zu wissenschaftlich!

00:28:57: Es war zu pathetisch,

00:28:59: nicht zu wissenschaftlich.

00:28:59: Ja genau.

00:29:02: Wir sind jetzt alle mit allen connected.

00:29:05: wie man sagt kann jederzeit jeden anfungen.

00:29:07: aber die individuellen zwischen gesellschaftlichen Beziehungen sind extrem fragil geworden weil wir haben ja diese illusion dass wir durch das netz durch die digitalisierung Hatte man zumindest am Anfang gedacht, dass es zu mehr Wir führt.

00:29:23: Das Gegenteil ist passiert und das hat zum Erspeitung geführt.

00:29:26: Und wenn ich nur noch einen Gedanken zu meckern loswerden darf ... Weil das hängt auch mit unserem digitalen gesellschaftlichen Konsum zusammen.

00:29:34: Es ist so, dass wenn man die Deutschen dazu gibt sehr gute Befragungen Wenn man die Deutsche von zwanzig neunzehn bis zwanzich vierundzwanzig fragt nach ihrem individuellen Wohlergehen Also wie geht's ihnen?

00:29:45: Dann hat sich das um drei Prozent reduziert.

00:29:47: Das is nicht dramatisch.

00:29:49: dazwischen ist Pandemie, Krieg, Rezession – all die schlimmen Sachen.

00:29:54: Die Omni-Krise, die endlose Krise unter der wir die ganze Zeit leiden.

00:29:57: Wenn man die Deutschen aber fragt in dem selben Zeitraum wie denkst du geht es den anderen Deutschen?

00:30:02: Haben sie Zustimmungswerte halbiert?

00:30:05: und das ist die Erklärung weswegen so viel gejammert wird.

00:30:08: Man sieht ich sehe doch die ganze zeit in den Medien seien sie sozial oder print oder wie auch immer.

00:30:13: Ich sehe doch wie schlecht es allen anderen die ganzezeit geht.

00:30:16: deswegen muss dass doch stimmen.

00:30:18: Dabei stimmt das individuell statistisch nicht.

00:30:21: Also ich selber, und ich glaube es können einige Zuhörerinnen auch nachvollziehen, haben euch ein schlechtes Gewissen wenn ich sage bei mir läuft's eigentlich.

00:30:28: Du!

00:30:29: Kann ich noch einen draufsetzen?

00:30:31: Ich hab mich für gute Laune entschieden.

00:30:33: Oh... Das ist ketsarisch.

00:30:36: Eigentlich verwohnen.

00:30:37: Wie wirklich?

00:30:39: Ich habe da eine Neusung konzentri- Ich würde

00:30:41: gerne Partei geründen.

00:30:42: weißt du soweit bin

00:30:43: ich schon?

00:30:43: Ah ja so ist das Mediensystem noch nicht ready.

00:30:45: also wir haben ja alles versucht mit Wie man mit positiven Nachrichten und Zukunftsstrategien.

00:30:51: Das

00:30:52: kann man den Leuten noch nicht angreiden, es ist leider so dass wir die Nachfahren von Angsthasen sind.

00:31:00: Derjenige der sich vermehrt hat war nicht der, der sich heldenhaft in dem Weg des Mahmuts gestellt hat oder den Sebelzantiger bekämpft

00:31:08: hat,

00:31:09: der da weggelaufen ist.

00:31:12: Wir sind total dahin selektiert, wir sind Beutewesen oder Beutekreaturen.

00:31:16: Wir reden uns ein und sind an der Spitze angekommen der Ernährungsfamilie.

00:31:19: Keiner von uns hat scharfe Klauen, spitze Zähne in der Großteil der Tiere würden uns zerlegen.

00:31:23: die Natur ist total gefährlich für uns.

00:31:25: deswegen müssen wir irgendwie von Mauern und Glas umgeben leben Und das selektirt natürlich sehr stark.

00:31:33: unsere Wahrnehmung zum Negativen Ist der Grund, warum wir auch negativ ist.

00:31:38: So viel mehr Aufsaugen und Verinnerlichen weil wir immer die Sorge haben dass wenn du einmal nicht genug Angst hattest was das für dein Genkort?

00:31:48: Unkehrschluss!

00:31:49: Man darf den Leuten keine Schuld daran geben dass sie äh Angst haben.

00:31:54: Wir haben es aber mittlerweile unglaublich amplifiziert.

00:31:58: Was heißt das also verstärkt?

00:31:59: soll heißen du und ich wir können jederzeit mit unser Handy entsperren Den Weltschmerz der gesamten Welt konsumieren Und dort sind Algorithmen, die das mit Absicht auch auf uns schieben.

00:32:10: Weil wir dann länger dort bleiben weil wir wie schon gesagt ja einen Hang dazu haben dass zu konsumieren was uns Angst macht.

00:32:16: und kennst du den Moment wenn du dann so zwanzig Minuten da in der Timeline warst oder und danach geht es dir schlecht?

00:32:22: Klar, es geht dir auch schlechter.

00:32:24: Das ist aber mit Absichtssohn.

00:32:26: Man darf nicht vergessen, das sind US-amerikanische Unternehmen, die sind gigantisch, sie sind Größheitsländer.

00:32:32: die stellen Kognitions- und Verhaltenspsychologen an, deren Aufgabe es ist unsere Hirn zu hacken.

00:32:37: Das haben wir sehr erfolgreich geschafft.

00:32:38: So das klingt jetzt alles ganz grausam und schrecklich.

00:32:40: Jetzt gebe ich dir aber mal eine positive Anekdote.

00:32:43: Ich als junger digitaler Zukunftsforscher habe mich in Österreich sehr stark dafür eingesetzt dass es ein Social Media Verbot für Jugendliche gibt Und wird jetzt in den nächsten paar Wochen gesetzt werden.

00:32:56: Da hat die Reihe funktioniert.

00:32:58: Die Medien haben das aufgegriffen

00:33:00: Großbritannien auch.

00:33:01: Es ist mittlerweile für uns von der Weltbevölkerung in solchen Ländern.

00:33:04: Das geht mir noch nicht mit.

00:33:05: Australien hat das angefangen, aber in China und Indien kommen immer mehr Länder dazu.

00:33:09: Ich sag dir in den nächsten fünf Jahren kommt es auf europäischer Ebene.

00:33:11: Diskussionslos!

00:33:13: Wir spielen ja auch gewisse Filme erst ab zwanzig Uhr dreißig weil wir sagen Kinder sollten das nicht sehen.

00:33:17: Ja.

00:33:17: Alkohol darfst du auch erst ab sechzehn trinken?

00:33:19: Und dann ich kenne da das Argument verbote funktionieren nicht.

00:33:21: Ja ich habe auch mit fünfzehnt schon im Park gesoffen Aber meine Eltern hatten viel besseres Argument dagegen.

00:33:26: Zumal dann hast du kein Argument Als Eltern.

00:33:29: Das führt aber nur dazu, wenn du dem Kind keine Handigibs oder sozialen Medien hast Du einfach verlässlich ein Loser produziert, einen Außenseiter.

00:33:38: Wenn das kollektiv ist und Verbote zeigen auch manchmal eher was Gesellschaften erreichen wollen, statt dass sie immer als Verbote funktionieren Dann ist es eine gute Angelegenheit.

00:33:49: In Österreich haben wir den Experiment gemacht.

00:33:50: Da haben Sie drei jugendlichen Schulklassen die Geräte weggenommen.

00:33:54: für drei Wochen War ein freiwilliges Experiment, haben wir alle mitgemacht und es war unglaublich zu hören, was daraus gekommen ist.

00:34:02: Sie haben Kalken entzug gehabt am Anfang weil sie nicht wussten wohin mit ihrer Aufmerksamkeit.

00:34:07: Daran sind nicht die Schuld daran sind wir schuld.

00:34:09: wir haben das zugelassen.

00:34:10: Und dann?

00:34:12: Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich es selber als Mutter nicht wusste.

00:34:17: Wie ich's richtig mache, als die Kinder in einer Grundschule waren oder in der fünften sechsten Klasse so zehn Jahre alt.

00:34:24: Wie machst du das jetzt richtig?

00:34:25: Gibst du den Mars, gibst du ihn nichts... Da warst du auch als Eltern komplett überfordert!

00:34:30: Ja und weil die gesamte Verantwortung auf dir lastet.

00:34:33: Deswegen ... ich weiß wir sind eine Zeit wo man sagt Der Staat ist zu pyrokratisch und hat so viele Regeln, manche Regeln machen auch Sinn.

00:34:41: Also das ist... Ich sehe das momentan also nur um die Geschichte noch zu Ende zu führen.

00:34:46: Wir sprechen hier von Jugendlichen mit durchschnittlichem Bildschirmzeiten am Tag von sechs bis zwölf Stunden.

00:34:51: Da zieht das Leben an einem vorbei.

00:34:53: Und eine von denen hat gesagt nach einer Woche kalten Entzug habe ich zum ersten Mal Vögel gehört und die Bäume gesehen.

00:35:01: Nachvollziehbar!

00:35:02: Die hat ihr Leben lang nur in dieses Quadrat gestarrt und hat die echte Umwelt nicht wahrgenommen.

00:35:07: Und das ist eine Sache, die mich unglaublich optimistisch stimmt.

00:35:09: Weil... Das Experiment wurde dann nochmal wiederholt.

00:35:12: Da haben aus ganz Europa, ich glaube ... ... ca.

00:35:14: thirty-thausend Jugendliche mitgemacht und da mal Umfragen gemacht.

00:35:18: Hat eben die verschiedenen Länder nach Altersgruppen, nach Generation gefragt bis zu Für oder gegen das Verbot?

00:35:23: Man würde ja denken, die Alten sagen Ja!

00:35:25: Und die Jungen sagen Nein.

00:35:27: Das Gegenteil ist der Fall.

00:35:28: Zweiundachzig Prozent in Deutschland, der achtzehn bis zwanzigjährigen sind für das Social Media Verbot.

00:35:34: Die Elterngenerationer sind sich mal fünfzig Prozent.

00:35:37: Warum das mit den Eltern?

00:35:37: Ich steche dies gewissen oder so, ich weiß es nicht.

00:35:40: Aber bei den Jungen und es ist ein unglaublich gutes Zeichen ... Weil die Betroffenen, die Digital Natives, die es durchlebt haben sind, die sagen wir müssen jetzt verdammt noch mal eine Korrekturschleife hier einleiten.

00:35:50: Und es gibt sowas, dass kann die deutsche Politik sehr gut auch.

00:35:52: Es wäre in der Form der paradoxischen Intervention nur die SPD konnte Hartz IV einführen.

00:35:58: Nur die CDU konnte die Schuldenbremse abschaffen.

00:36:00: Nur die digitalen Natives können die Digitalisierung in den Griff kriegen.

00:36:03: Wenn die, von denen man annimmt, die müssten am meisten gegen etwas sein für etwas sind dann ist es glaubhaft und das ist der Punkt an dem wir gerade

00:36:11: sehen.

00:36:11: Aus eigener Erfahrung auch?

00:36:12: Ja

00:36:12: aus eigener Erfahrungen!

00:36:14: Wenn wenn der Boomer sagt komm die Technologie verdübt die Jugend dann sage ich okay Opa geh ein bisschen fern schauen.

00:36:18: ja also das funktioniert nicht.

00:36:21: aber wenn diejenigen die sich in der Materie auskennen die sie auch wirklich innerlich erfahren haben eine Korrektur wollen oder sagen jetzt müssen wir das Ruder umreißen dann ist das ein gutes Zeichen.

00:36:29: Innovation funktioniert auf der einen Seite technologisch, das ist klar.

00:36:32: Das kennen wir.

00:36:33: aber manchmal muss man auch mit Kulturtechniken und Gesetzen eben nachschärfen.

00:36:37: Das haben wir bei allen Technologien bis jetzt gemacht und es passiert jetzt auch bei den sozialen Medien und das wird glaube ich helfen gegen das Gemäckeren.

00:36:44: Das ist der große Bogen!

00:36:47: Danke dafür.

00:36:48: Gerne

00:36:49: Wir müssen noch über KI reden.

00:36:50: Ich

00:36:50: weiß

00:36:51: Hast du Angst vor KI?

00:36:53: Nein

00:36:53: Ich schon

00:36:55: Im Radio im Audio

00:36:57: Das weiß ich nicht.

00:36:59: Also, ich für mich glaube nicht.

00:37:02: Ich mein aber so grundsätzlich also... ...für das Leben der Menschheit.

00:37:07: Weißt du?

00:37:08: Ich möchte da schon mal philosophisch werden.

00:37:12: Momentan ist die größere Bitterung nicht die künstliche Intelligenz sondern die künstliche Dummheit.

00:37:17: Die besten Jugendstudien, die wir gerade dazu haben sagen dass zwischen ein und siebzig bis fünfundsech Prozent der nächsten Generation ihre Informationen sich über Chatport holen.

00:37:29: Und das Blöde ist, nicht ganz zufällig, dass es auch die erste Generation ist wo vergleichsweise zu früher der IQ nicht so schnell steigt.

00:37:38: Weil natürlich... Was ist das?

00:37:39: Ja weil das kritische Informationserhebung, das musst du halt erlernen.

00:37:44: Das ist so wie wenn du stellen bevor du hättest ein Taschenrechner könntest aber kein Mathe!

00:37:50: Das passiert auf Informationsebenen zu einem gewissen Grad jetzt und weil wir jetzt auch schon gerade so viel vorhin über diese Korrekturschleife zum Thema soziale Medien gesprochen haben.

00:37:59: Ich versuche jetzt gerade hier mal, nicht eine Generation da reinzuverheizen sondern mal ein Schritt früher zu sein.

00:38:05: Wir müssen es jetzt möglichst schnell hinbekommen dass wir Jugendlichen und Kindern kritisches Lernen beibringen so das wie dann mit der KI arbeiten können.

00:38:14: Und nicht wieder das einfach auf sie loslassen und sagen, Ups!

00:38:16: Na da ist schon wieder mal schief gegangen.

00:38:18: Da haben wir wohl eine Technologie zu früh.

00:38:19: So komme ich mir manchmal vor und ich nehme dann so ein Tipp von meinem Sohn.

00:38:23: Ich bin da regelrecht von ihm abhängig.

00:38:24: Der sagt Mama du darfst das nicht so machen?

00:38:27: Du musst es so und so machen.

00:38:30: Das verstehe ich auch, dass man sagt, ich kann nicht einfach der KI sagen, schreib mir mal.

00:38:34: Sondern ich muss es eingrenzen.

00:38:36: Er gibt mir zum Beispiel immer einen Tipp macht das so ne Jahreszahl setzt als Deadline bevor die Menschheit begonnen hat mit KI zu arbeiten, das willst du alles gar nicht dabei haben.

00:38:46: Sondern davor alles.

00:38:48: und denke ich immer ja wirst du es in deinem Leben doch mal so richtig verstehen?

00:38:51: Ich weiß es nicht.

00:38:53: Eines Tages sind wir alle nur mehr Touristen an der Welt der nächsten Generation.

00:38:57: Das müssen wir wissen, dass wird auch mir irgendwann mal so passieren, dass ich dann digital völlig abgehängt bin.

00:39:01: Das darf auch so sein, das ist auch in Ordnung.

00:39:04: Ist ja noch ein weiteres Argument dafür, dass man die Weisheit Kohorten zusammenführt oder weil man viel voneinander lernen kann.

00:39:12: Also gerade jetzt könnten die Jungen ja sehr viel darüber lernen, dass man Krisen auch überlebt von den älteren Generationen wie wir dort umgehen.

00:39:19: Die haben ja auch eine Menge durchlebt und die ältern Generationen können verdammt nochmal lernen wie man sich nicht bei jedem digitalen Betrug über den Tisch ziehen lässt.

00:39:26: also das würde an beiden Enden wunderbar profitabel sein wenn wir auch nicht miteinander kommunizieren würden.

00:39:31: ich behaupte ja sogar die welt war eigentlich nie besser.

00:39:37: Wir

00:39:37: kommen noch an, wie man es wertet.

00:39:39: Na ja gut du bist jetzt mein Dreißig.

00:39:41: War die Zukunft früher besser?

00:39:42: Teilweise!

00:39:43: Es war

00:39:43: schon klarer oder was?

00:39:44: Nee nee für mich nicht.

00:39:46: also als ich als ich fünfzehn war habe ich gedacht Wie lange dauert's denn noch bis ich einund sechzig oder sechszig Jahre alt bin dass sich endlich in den Westen fahren kann?

00:39:58: Aus dieser Sicht hatte ich ... Ich hab sie mir schön geredet, die meine Zukunft.

00:40:02: Und plötzlich stand die Weltkopf und alles

00:40:05: war anders.

00:40:05: Aber du bist auch?

00:40:06: Die ganzen Konflikte der Kriege und der kalte Krieg... Du bist

00:40:11: aber Gen X!

00:40:13: Über deine Generation hat man auch die zukunftslose Generation gesagt.

00:40:16: Weil ihr geprägt war von dem Kalten Krieg.

00:40:20: Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen.

00:40:22: wie es ist aufzuwachsen mit Zu der Grundprime ist es, es könnte eigentlich übermorgen einfach sein, dass die Dinger reden und das war's dann.

00:40:29: Ich glaube, das liegt einem Alter!

00:40:31: Wenn du fünfzehn oder zwanzig bist, dann siehst Du die Welt... Es wird immer so gesagt, ich glaube das stimmt auch mit anderen Augen.

00:40:37: Denn sind andere Dinge wichtiger und je älter du wirst, desto empfänglicher wirst du für diese ganzen Nachrichten und Du bist Interessierter am Weltgeschehen.

00:40:46: Das bist du nicht wenn du achtzehn bist und das erste Mal verliebt bist.

00:40:49: und Diese ganzen Sachen.

00:40:51: das

00:40:51: war mal so.

00:40:52: aber jetzt sind die jungen ja viel früher mit der weltlage konfrontiert.

00:40:55: Ich stimme dazu.

00:40:56: Ich hatte keine ahnung was auf der welt passiert als ich noch jugendlicher bin.

00:40:59: Jetzt aber jetzt.

00:41:01: Über die Hälfte der sieben bis zwölfjährigen in Deutschland haben einen Social-Media-Konto.

00:41:08: Was glaubst du, konsumieren die da?

00:41:09: Die sehen was in Gaza abgeht.

00:41:12: Aber solange ich lebe gibt es den Krieg zwischen Israel und Palästina.

00:41:19: Sollte man wahrscheinlich den Jugendlichen mal sagen

00:41:22: um das ein bisschen zu relativ

00:41:24: sein.

00:41:25: Ja ja absolut!

00:41:26: Das war jetzt auch nur ein Beispiel dafür sein in einem sehr jungen Alter das ganze Weltgeschehen, aber auch den ganzen Weltschmerz reingespielt bekommen.

00:41:36: Das stimmt!

00:41:36: Früher war mir das... Gehe ich Zeitunglesen mit fünfzehn?

00:41:40: Nein.

00:41:40: Kommon!

00:41:41: Abendnachrichten schauen?

00:41:42: Nein!

00:41:43: Aber wenn es dir direkt am Handy reingespielt wird, dann ist es anders.

00:41:46: Das hat sich schon fundamental verändert.

00:41:48: Die Konfrontation mit der Welt ist viel früher.

00:41:49: Jetzt sagst du aber mit zweiunddreißig hast du keine Angst vor der KI, aber gibt es nicht auch eine gewisse Jobangst?

00:41:55: Das siehst Du ja darin dass plötzlich Menschen die zehn Jahre jünger sind als Todivor.

00:42:00: plötzlich verbeamtet werden und sagen, da hab ich einem Gottes Willen.

00:42:03: Was ist da los?

00:42:03: Die

00:42:04: haben ja

00:42:05: dann auch Angst.

00:42:06: Ja, total!

00:42:07: Also

00:42:07: macht's denen am Ende doch Angst?

00:42:09: Den schon nur mir nicht.

00:42:13: Ich beschäftige mich beruflich mit dem Zeug.

00:42:15: Man muss sagen erstmal die eine These du hast es ja im Beruf ist Sicherheit auf einmal wieder wichtiger geworden.

00:42:19: Es funktioniert sogar wieder.

00:42:21: mach was gescheites geht so Finanz also geht zur Bank, Arbeit in der Bank.

00:42:25: Das ist wieder auf einmal attraktiv geworden für die Jungen weil das mit Sicherheit und Beständigkeit assoziiert würde.

00:42:29: Das war in meiner berufsuchenden Phase nicht so.

00:42:33: Die Sicherheitsbedürfnisse haben wir ja schon endlos ausgesucht haben verschiedene Gründe.

00:42:37: Die Bedrohung von KI für die jungen momentan ist natürlich dass die Einstiegsjobs die sind die vom KI gefressen werden.

00:42:43: Jetzt kann das sein, wenn jetzt gerade die Wirtschaft so auf Pump lebt wie sie gerade ist.

00:42:47: Wir müssen noch irgendwie das nächste Quartal retten dass man sagt okay wir stellen diese jungen Leute nicht ein.

00:42:51: aber die meisten Konzerne und die meisten Unternehmen wissen schon dass wenn Sie jetzt nicht junge Leute einschulen dann entsteht in vier fünf sechs Jahren wenn Sie diese Position befüllen müssen mit ein bisschen mehr Seniorität ein riesiges Loch.

00:43:01: Das werden die wahrscheinlich so viel Hoffnung habe ich in den deutschen Unternehmen nicht zulassen.

00:43:05: Jetzt muss man sagen weil wir auch soviel über demografie gesprochen haben bei der jetzigen Geburtenrate und beim politischen Klima müssen wir betteln, dass dreißig Prozent der Jobs von den Maschinen übernommen werden.

00:43:17: Das ist verdammt viel!

00:43:18: Das wird so nicht passieren aber das müssten wir uns momentan wünschen wenn wir unseren Standard irgendwie halten wollen.

00:43:23: Die andere Möglichkeit ist natürlich Geburtenrate hoch hatten wir schon oder Migration.

00:43:27: da scheint der deutsche Wähler-Wähle gerade nicht für zu haben zu sein.

00:43:31: also will damit sagen die Bedrohung ist für andere Länder die vielleicht wirklich viele junge Leute haben in den Arbeitsmarkt drängen.

00:43:38: man denke Afrika und so.

00:43:39: naja was passiert wenn dreißige Prozent der Jugend oder der jungen Menschen arbeitslos sind, die facken dir den Schum ab.

00:43:45: Bei uns ist das gar nicht die Gefahr.

00:43:46: Wenn wir uns ein bisschen differenzierter betrachten, sollten wir eher wünschen dass die Dinger kommen und uns die Jobs nehmen.

00:43:51: Meine Sorge momentan ist eher, wie in Deutschland ... Wir waren ja so unglaublich erfolgreich mit dem fossilen industriellen Zeitalter.

00:43:59: Verbrenner bauen!

00:43:59: Wie geil, wie gut wird es doch können?

00:44:02: Und jetzt verlassen wir langsam dieses Zeitalters.

00:44:04: Deswegen weil wir so gut darin waren halten wir daran sehr fest momentan Und ich hege den Verdacht, dass wir noch Diskussionen führen werden müssen.

00:44:12: Ob die KI am Sonntag arbeiten darf?

00:44:16: Ja

00:44:17: oder acht Stunden am Tag, da muss man sich abdrehen.

00:44:19: Also unsere Arbeitsmodelle sind natürlich auch unglaublich geprägt von Fließbändern, die laufen müssen und das sind ja auch die ganzen Diskussion gerade rund in den Arbeitsmarkt auch.

00:44:28: Man hört sie auch immer wieder vom Cancer.

00:44:30: Wir sagen jetzt müssen wir nur ein bisschen tüchtiger arbeiten.

00:44:32: Sorry!

00:44:32: Die Leute sind am Tag heutzutage nicht mehr als vier Stunden produktiv in der Arbeit.

00:44:36: Das ist so I'm sorry.

00:44:38: Jetzt kann sich jeder Zuhörer in einreden, ich bin es ganz sicher doch mehr als vier Stunden produktiv.

00:44:44: Stimmt statistisch wahrscheinlich nichts bei mir auch so.

00:44:46: Das ist bei uns allen so.

00:44:47: Sorry!

00:44:48: Ja.

00:44:48: Es ist ja auch gut.

00:44:49: das heißt wir sind produktiver geworden pro Arbeitseinheit.

00:44:51: Deswegen

00:44:51: kommen wir auch so langsam zum Schluss.

00:44:54: Ja, sehr gut.

00:44:54: Ähm

00:44:57: du sag mal... Wie sieht's bei dir eigentlich persönlich aus?

00:45:01: Was fährst du?

00:45:02: Ein Elektroauto.

00:45:03: Natürlich, ne ich nicht.

00:45:05: Ich hab noch einen Verbrenner Weil ich nicht weiß, wo ich tanken soll.

00:45:07: Ich

00:45:07: hab aber immer noch nie einen Elektroauto gehabt.

00:45:11: Ich habe gesehen wie das von achtzig Kilometer Reichweite bis jetzt fünfhundert, sechshundert gegangen ist.

00:45:16: Fortschritt!

00:45:17: Ja... Vorheirat?

00:45:19: Kinder?!

00:45:20: Na dann!

00:45:20: Hey!

00:45:21: Jungen Hund!

00:45:24: Das sind die Schlimmsten.

00:45:25: Das ist sehr klischee für meine Generation.

00:45:27: Meistens ist es so wenn der Hund da ist, dann kommen dann auch irgendwann die Kinder weil du dich mehr dran denkst.

00:45:32: Warst du schon mal in Thüringen?

00:45:33: Ja klar

00:45:34: Für den Fall, dass du demnächst wieder mal vorbeikommst.

00:45:37: Solltest du vorbereitet sein?

00:45:39: Beziehungsweise ... Ich will mal testen, ob du schon was abgespeichert hast.

00:45:44: zum Thema Thüringen.

00:45:45: Thüringer essen am liebsten...

00:45:47: Würstchen!

00:45:48: Ja, Würstche.

00:45:49: Das sind keine Würstchien, das sind Thüringa-Bratwürste.

00:45:54: Würstchen.

00:45:56: Und der Würstchin versteh ich so, weil es gut war.

00:45:57: Ach,

00:45:58: echte Würstelle.

00:46:01: Ja genau.

00:46:02: Die Landeshauptstadt ist ... Erfurt?

00:46:04: Ja, das Wohnhaus von Goethe steht in...

00:46:06: Äh, schieß mich total.

00:46:07: Ich war gerade neugierig da an Göttingen.

00:46:08: Nein!

00:46:10: Du warst

00:46:10: da?!

00:46:11: Du warste in... Goetheschiller?

00:46:15: Oh!

00:46:17: Zwarzig Kilometer rechts von Erfort.

00:46:20: Sag's

00:46:20: mir einfach.

00:46:21: Weimar.

00:46:22: Weimer natürlich!

00:46:22: Ich war grade neulich dort und ich hatte dann euch ein Kongress.

00:46:25: Ich hab sogar Zeit und verbracht.

00:46:27: Und

00:46:28: der bekannteste Wald Thüringens ist dir...?

00:46:31: Thüringer Wald?

00:46:32: Ja, ich mach jetzt nur... Pass auf.

00:46:36: Weil du ganz schön trittfest bist im Vergleich.

00:46:39: Wer soll auf der Wartburg das Tintenfass an die Wand geworfen haben?

00:46:42: A. Goethe B., Luther C., Honika.

00:46:44: Luther.

00:46:46: Der kleine Ort Lauscher am Thüringervald ist Geburtsort von A des Oster-Eisb, der Weihnachtskugel C des Karnevalskostüms.

00:46:54: Weihnachtsgugeln?

00:46:56: Meine Herren!

00:46:57: Ja richtig.

00:46:58: Im Erfotodom hängt die größte freischwingende mittelalterliche Glocke.

00:47:01: wie heißt sie?

00:47:06: Ich würde mir Gloriosa wünschen.

00:47:08: Richtig, schon wieder!

00:47:09: Welche bekannte Automarke wurde ursprünglich in Eisenach gebaut?

00:47:13: A-BMW B-Audi C Volkswagen.

00:47:17: Volkswagen?

00:47:20: Bei den deutschen Automaken da zerlegt

00:47:22: es mir auf.

00:47:23: Und letzte und die wichtigste Frage – wie lang muss eine Thüringer Bratwurst sein?

00:47:27: A. Fünfzehn bis zwanzig Zentimeter, B. Achtzehn- bis dreihundzwanzigzentimeter oder C. Zwanzig bis fünfundzwanziger

00:47:36: scheint mir exzessiv.

00:47:37: also ich will drunter gehen.

00:47:43: Ja sag ab oder zu?

00:47:45: Ab.

00:47:46: Nächstes a. Fünfzehn bs zwanzi Zentimeter.

00:47:49: gibt es da so eine extra Immunverordnung?

00:47:51: nur dass du Bescheid weißt falls mal wieder jemand fragt gar nicht so schlecht Also für ein Österreicher?

00:47:56: Gar nicht so schlechter.

00:47:58: Tristan war mir eine Ehre.

00:48:00: War schön, macht auch Spaß mit dir zu diskutieren und ähm...

00:48:04: Es ist jetzt noch immer nahezu die geiste Zeit jemals ein Homo sapien auf dem Planeten zu sein.

00:48:09: Punkt aus Ende Schluss.

00:48:10: Schönes Schlusswort!

00:48:11: Und alles Gute für dich.

00:48:13: und ich würde, wenn ich bis dahin noch Radio mache, würde ich in paar Jahren nochmal auf dich zukommen?

00:48:18: Mal sehen was von dem eingetreten als was wir jetzt so schön philosophisch besprochen haben.

00:48:22: Wir sehen und hören uns in der Zukunft.

00:48:24: Genau.

00:48:25: Bis dann!

00:48:30: So und das war der Zukunfts- und Trendforscher Tristan Hawks aus Wien.

00:48:34: Die besten Interviews, die hört ihr auch weiter auf diesem Kanal alle zwei Wochen – manchmal auch schon früher!

00:48:40: Und ihr könnt es auch gerne weitersagen oder auch mal Feedback geben.

00:48:44: Ganz praktisch ist es übrigens auch wenn ihr den Podcast abonniert dann verpasst ihr keine neue Folge mehr.

00:48:50: SinaPeshke best of guests gibt's übrigens überall wo es schöne Podcasts gibt.

00:48:55: Macht's gut bis in vierzehn Tagen.

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